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mamamoment Beiträge

Wenn Dinge und Menschen „den Geist aufgeben“

Unser Fön (im Internet, wie ich herausgefunden habe, auch Haartrockner genannt) war in letzter Zeit immer lauter und dröhnender geworden. Gestern dann setzte das Gebläse immer wieder aus. „Sputter! Spotz!“ würde in der Sprechblase eines Walt-Disney-Comics stehen, wäre der Fön Teil einer dieser Donald-Duck-Geschichten. Wäre er ein Computer, hätte ich…

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Perspektiven

Ich sitze hier bei geöffnetem Fenster. Die kühle Luft tut gut. Wie laut die Grillen zirpen. In der Ferne hupt ein Zug. Die Kinder sind leiser geworden. Sie schlafen heute auf dem Balkon. Einer hustet. Sie reden immer noch. Es ist schon wieder bald ein Uhr nachts. Es ist so…

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Bei sich tragen

Auf dem Weg über den Parkplatz komme ich nochmal am Auto meiner Freundin vorbei. Wenn es der Alltag zulässt, treffen wir uns alle paar Monate mal in einer Stadt, die in der Mitte unserer beiden Wohnorte liegt. Seit unserem letzten Treffen ist dieses Mal ein Jahr vergangen, stellen wir fest.…

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Etwas bleibt

Da freue ich mich über eine Kerze auf Jonas Grab. Einer hat an ihn gedacht. Wie sich das anfühlt, kann so wirklich wahrscheinlich nur begreifen, wer selbst ein Kind verloren hat. Was für ein schönes Gefühl das ist. Wie sehr das tröstet. Wie gut das tut, wenn ich als Mama…

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Das Leben ernst nehmen – ohne zu ernst zu werden

Ich glaube, ich könnte diesen Satz hier schreiben, und das wär’s. Muss man dem wirklich noch was hinzufügen? Doch ich kann ja nicht nur einen Satz schreiben hier. Oder doch? Es war viel die vergangene Woche. Viele Gespräche, Erlebnisse, Gelesenes, Gesehenes, Mitgeteiltes. Und jetzt sitze ich hier. Es ist schon…

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Umschiffen, umgehen, umfahren – ausweichen

Es war nicht zu überhören, dass es draußen immer wilder wurde. Verirrte Regentropfen benetzten uns durch das Oberlicht des Kirchenfensters wie mit einer Sprühdose. Als wir unser letztes Lied anstimmten, für das wir zu dieser Beerdigung gekommen waren, versuchte ich fokussiert zu bleiben und mir nicht auszumalen, wie wohl draußen…

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Mehr

„Ich will es gar nicht wissen“, denke ich bei mir und klicke die Nachrichten weg. Gibt es das noch irgendwo, dass die Welt einfach heile ist? Dünnhäutiger – ja, ich hab das Gefühl ich bin dünnhäutiger geworden. Die letzte Zeit? Oder vielleicht doch einfach im Laufe der Zeit? – Oder…

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Vom Plan

„Ein Mensch ist so lange unsterblich, bis Gottes Auftrag an ihn in dieser Welt erfüllt ist.“ So in etwa lautete der Text, den ich vor ungefähr zwanzig Jahren mal irgendwo gelesen habe, und der mich seitdem nie mehr wieder losgelassen hat. Manche von euch mögen jetzt vielleicht die Nase rümpfen…

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Du bist „safe“.

Du bist „safe.“ – Trotzdem dieser Satz wohl eher aus einem dieser Let‘sPlays auf YouTube hätte stammen können, als von einer Todesanzeige, war diese Aussage das Selbstverständlichste, was wir Jona damals noch mitgeben konnten. Denn genau das war es, was wir damals gefühlt haben. Jona, der vor nichts hier wirklich…

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Der Podcast – meine eigenen Gedanken

Aufgewachsen mit Bayern5 und Deutschlandfunk während dem Abwasch, bin ich wohl etwas geschädigt, und habe jetzt in meinem eigenen Haus nie so wirklich Lust, in der Küche alle viertel Stunde dieselben Nachrichten zu hören. Ich lese – dann wenn ich Zeit habe. Erst das letzte Jahr, es begann eigentlich mit…

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Freiheit

Warum dieser Stein, den ich heute beim Spazierengehen entdeckt habe, in mir Aggressionen auslöst? Das würde ich gerne selbst verstehen… So ganz kann ich mir das noch nicht beantworten. Ich versuche meine Gefühle aufzudröseln – gerade, im Moment. Liegt es vielleicht daran, dass derartige „mutige und öffentliche“ Statements zu viele…

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Vom Vergessen

„Haben Sie manchmal Angst zu vergessen?“ wurde ich neulich gefragt. Sicherlich habe ich Angst zu vergessen. Und nicht nur das. Ich merke, dass ich es auch tatsächlich tue. Vergessen. Ich vergesse. Bilder verblassen. Erinnerungen rutschen irgendwo hin, wo ich sie nicht mehr so schnell abrufen kann. Diese Angst zu vergessen……

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Zuhören – Wege finden

Wenn im Wald eine Horde Mountainbiker wie ein Schwarm Mücken an mir vorbeizischt, empfinde ich nicht gerade die wärmsten Gefühle. Des Öfteren hab ich schon Diskussionen mit irgendwelchen Jungs geführt, die meinten, man könne einfach mal blind einen schmalen Pfad hinunterrasen, auf dem auch Leute entgegenkommen, die nicht in der…

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Was der eine will – was der andere braucht

Aus unterschiedlichen Gründen beschäftigen mich in letzter Zeit die Themen Beerdigung / Trauerfeier. Themen, die den meisten Menschen doch eher schwer und zu weit weg erscheinen, als dass man sich zu guten Zeiten darüber Gedanken machen möchte. Wer will denn schon ans Sterben denken? Ich ja auch nicht wirklich. Doch…

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Zu weit, harte Sohle, zu schwer – und trotzdem passend

Dieses Schuhpaar ist von allen hier das kleinste… Direkt nachdem ihm der Tumor entfernt worden war, konnte Jona nicht mehr laufen. Ganz am Anfang konnte er noch nicht mal mehr den Kopf halten, dort auf der Intensivstation in seinem Bett. Ich erinnere mich daran, wie wir nach Hause gingen, während…

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Schuhgeschichten

Jeder Mensch, der in unser Leben tritt, hinterlässt irgendetwas… Menschen, die uns aus den unterschiedlichsten Gründen besonders nahe stehen, hinterlassen mehr als nur „etwas“. Sie hinterlassen eine echte Spur. Manchmal eine Spur des Glücks. Manchmal eine Spur, die unserem Weg eine Richtung gibt. Manchmal auch leider nur eine Spur der…

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Un-Klartext

Diese Türe existiert mittlerweile nicht mehr in unserem Haus. Geknallt werden auch die Neuen. Bemalt und beklebt noch nicht. Ihr denkt euch jetzt wohl: Was? Die haben ihre Kinder die Türen so besudeln lassen?! – Wozu ich nur sagen möchte: Nein. Eigentlich nicht. Aber Kinder merken schnell, wie viel einem…

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„Nur eins… ?“ – oder von ähnlichem Reisegepäck

„Und – wann ist es bei euch nochmal soweit?“ – Mittlerweile fragen die Leute das nicht mehr. Eher stellen sie mit einer wertenden Note fest „Ah okay – Ihr habt nur eins…“ Und dann kam es auch vor, dass man gut gemeint versucht hat, sie wieder in die Spur zu…

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Julia ist Jahrgang 1981. Sie ist eigentlich Übersetzerin – singt aber am liebsten… und besser als sie übersetzt. 2011 wurde bei ihrem ältesten Sohn Jona ein Hirntumor, genauer bezeichnet als Medulloblastom, festgestellt. Seit seinem ersten Rückfall schreibt sie ihre Gedanken in Form eines Blogs nieder. Sie singt auf Hochzeiten und überall sonst, wo man Lieder braucht. Doch am liebsten nimmt sie Menschen durch ihre eigenen Lieder mit – mit in ihre eigene Welt. Sie bäckt so ungern Kuchen, dass, wenn sie’s doch einfach mal tut, der Rest der Familie fragt, wer denn Geburtstag hat. Sie wünscht sich, sie könnte besser schwimmen, ist aber doch nicht ehrgeizig genug, weil sie sich eigentlich mit Boden unter den Füßen am wohlsten fühlt. Und es geht ihr wie so vielen Müttern auf dieser Welt: Sie ist einfach gern allein – und ist sie’s dann tatsächlich, fühlt sie sich doch, als würde ihr ein Bein fehlen. Mit ihrem Mann, Jonas drei Brüdern und dessen Hund Mia lebt sie in Ravensburg.